Eine belgische Manufaktur zwischen Industrie und Kreativität
Die Fayence-Manufaktur von Thulin, in der Nähe von Mons in Belgien gelegen, wurde 1887 von dem Industriellen Victor Ducobu-Decaudin gegründet. In einer ehemaligen Zuckerfabrik untergebracht, entwickelte sie sich dank erheblicher Investitionen und der Einführung moderner Produktionsmittel wie der Dampfmaschine und Industrieöfen schnell.
Von Anfang an spezialisierte sich die Manufaktur auf die Herstellung von dekorativen und Gebrauchs-Fayencen, die sowohl für den belgischen Markt als auch für den Export bestimmt waren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie zu einem strukturierten Industrieunternehmen und setzte ihre Tätigkeit bis in die 1970er Jahre fort.
Eine charakteristische Produktion: Fließglasuren und expressive Formen
Die Fayence-Manufaktur von Thulin ist besonders bekannt für ihre Keramiken mit Fließglasuren (Drip Glaze), die sehr charakteristisch für die Art Nouveau und später Art Déco Produktionen sind.
Dazu gehören insbesondere:
- dekorative Vasen
- Krüge und Gebrauchsgegenstände
- Blumentöpfe und Pflanzgefäße
- Stücke mit organischen oder geometrischen Formen
Diese Kreationen zeichnen sich aus durch:
- Fließeffekte der Glasur
- Farbkontraste (Blau, Braun, Grün, Ocker…)
- oft skulpturale Formen
Die Produktionen der Jahre 1920 bis 1940 sind besonders repräsentativ für diesen Stil.
Eine oft unbekannte Signatur: „Belgium“
Eine Besonderheit der Thuliner Keramiken ist ihre Markierung.
Viele Stücke sind einfach gestempelt mit:
- „Belgium“
- „Made in Belgium“
- manchmal begleitet von einer Modellnummer
Diese generische Kennzeichnung erschwert die Identifizierung für Liebhaber. Viele Menschen entdecken diese Objekte, ohne ihre Herkunft zu kennen, und verlassen sich ausschließlich auf die Angabe „Belgium“.
Ein Großteil dieser Keramiken entspricht jedoch der Produktion der Fayencefabrik Thulin, insbesondere bei Modellen vom Anfang und der Mitte des 20. Jahrhunderts.
Wie erkennt man eine Thulin-Keramik?
Die Identifizierung basiert oft auf einer Reihe von Hinweisen:
- Vorhandensein des Vermerks „Belgium“ auf der Unterseite
- typische Fließglasuren
- Jugendstil- oder Art-Déco-Formen
- eingravierte oder gedruckte Modellnummern
Das Fehlen einer expliziten „Thulin“-Signatur macht diese Stücke aus Forschungs- und Sammlersicht besonders interessant.
Wert und Markt der Thulin-Keramiken
Die Keramiken der Fayencefabrik Thulin sind heute auf dem europäischen Keramikmarkt gut vertreten.
Als Anhaltspunkt:
- kleine Vasen oder einfache Objekte: 30 € bis 80 €
- dekorative Art-Déco-Vasen: 60 € bis 150 €
- aufwendiger gearbeitete Stücke (komplexe Formen, schöne Glasuren): 120 € bis 300 €
- seltene Modelle oder große Formate: 300 € bis 500 €+
Die Preise variieren je nach:
- Qualität der Glasur
- Form
- Größe
- Zustand
Warum sollte man Thulin heute sammeln?
Thulin-Keramiken bieten mehrere Vorteile:
- eine typische Produktion belgischer Keramik des 20. Jahrhunderts
- ein sofort erkennbarer Stil
- eine immer noch interessante Zugänglichkeit
- ein hohes dekoratives Potenzial
Sie werden besonders geschätzt für ihre Fähigkeit, sich in moderne Interieurs zu integrieren und gleichzeitig einen Vintage- und künstlerischen Touch zu verleihen.
Eine heute nicht mehr existierende Manufaktur
Die Fayencefabrik Thulin stellte ihre Tätigkeit in den 1970er Jahren ein und markierte damit das Ende einer bedeutenden Industrieproduktion in Belgien.
Dieses Verschwinden erklärt die ausschließliche Präsenz dieser Stücke heute auf dem Gebrauchtmarkt.
Unsere Auswahl an Thulin-Keramiken
Bei Arphilex wählen wir Thulin-Keramiken aufgrund ihrer Qualität, Ästhetik und ihres dekorativen Interesses aus. Jedes Stück wird präzise beschrieben, um volle Transparenz über seinen Zustand und seine Eigenschaften zu gewährleisten.
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